Hilfe im Kampf gegen Tuberkulose in der Ukraine

Ein Global Grant, der auch ein wenig Geschichtsbewusstsein weckt

Auch bei uns in Deutschland war Tuberkulose, gerade in der Nachkriegszeit, ein großes Problem. Dann wurde geimpft und die tückisches Lungen-Krankheit tritt bei uns seitdem nur noch sehr selten auf. Doch die die Ukraine ist aktuell einer der TBC – Brennpunkte weltweit. Die Ursachen liegen bei schlechter Hygiene,  Mangelernährung, vor allem auch bei einer fehlenden staatlichen Krankenversicherung und dementsprechenden Vorsorgemaßnamen. Besonders betroffen sind die Kinder. Der RC Rosenheim Innstadt, beschloss für dieses Kinder ein eigenes Projekt als Global Grant zu starten

Im Kontakt mit dem RC Cherkasy Center vor Ort wurde der Bedarf ermittelt: ein dringend benötigtes modernes Röntgengerät für das TBC Kinder Sanatorium Ruska Polyana. Wert rund 70.000 USD. Das vorhandene, aus dem Jahr 1973 stammende Gerät, war störanfällig geworden. Aufnahmen der Kinder (1600 pro Jahr) waren also nur noch mit hoher Strahlenbelastung und entsprechendem Risiko für die Kinder möglich. Das Sanatorium steht unter der Leitung des Rotariers Leonid Lashchenko. Es hat 160 Betten. 12 Ärzte, 37 Krankenschwestern und Therapeuten und 26 Lehrer betreuen die Kinder, die bei schwerer TBC oft mehr als sechs Monate lang behandelt werden müssen.

Projektleiter Hans-Ulrich Heininger vom RC Rosenheim-Innstadt Clubs konnte aus diesem Global Grant eine beispielhafte internationale rotarischen Gemeinschaftsaktion machen.  Er gewann nicht nur fünf Clubs aus dem Distrikt 1842 sondern weitere aus Italien, Belgien, der Ukraine. Mit einem fünf-stelligen Preisnachlaß auf das Röntgengerät trug Theo Camenzind vom RC Schwyz-Mythen noch erheblich zur möglichen Anschaffung bei. District Grants der Distrikte 1842 und 2232 sowie die TRF machten das Projekt ebenfalls möglich.

Ausgeliefert wurde das Gerät Ende Februar 2021. Die Übergabe und Einweihung des Röntgengerätes im Juni wurde mit Gesang, Tänze und Musik zu einem fröhlichen Festakt, der alle Anwesenden tief berührte. Hans-Ulrich Henniger wurde von Guido Pfeifer vom RC Rosenheim begleitet. Aber auch der Landrat der Region, der Bürgermeister von Cherkasy und besonders die Freunde vom RC Cherkasy Center feierten mit. Das lokale Fernsehen berichtete.

Eine nicht unwichtige Notiz am Rande: Cherkasy liegt sehr schön am großen Fluß Dnjepr, etwa 200 km südlich von Kiew. Die Stadt war 1944 Schauplatz einer furchtbaren Panzerschlacht, bei der in 12 Tagen mehr als 100.000 Soldaten getötet wurden. Zum Gedenken und zur Mahnung an Frieden haben Hans-Ulrich Henniger und Guido Pfeifer, auch im Namen von Rotary, einen Kranz niedergelegt. Auch das wurde vom ukrainischen Fernsehen übertragen. Bemerkenswert: Fast zeitgleich fand vor 80 Jahren der Überfall von Hitler auf Russland statt, doch die Rotary Vertreter stießen nirgendwo auf Ressentiment gegen Deutschland. Im Gegenteil. Sie waren von der herzlichen Gastfreundschaft und der Schönheit der Ukraine tief beeindruckt.

BU Titelbild: Nicht alle der 160 Kinder, die im Sanatorium behandelt werden können,
konnten beim Fest zur Einweihung des neuen Röntgengeräts dabei sein. Copyright: Rotary